Skip to main content

Umzugsvorbereitungen

Es empfiehlt sich, mit den Umzugsvorbereitungen möglichst frühzeitig zu beginnen, da hinsichtlich des alten Wohnsitzes zumeist ein Auszugstermin gegenüber dem Nachmieter oder dem Käufer einzuhalten ist. Hinzu kommt, dass der Planungsumfang eines Umzugs häufig falsch eingeschätzt wird und dadurch Schwierigkeiten entstehen, die bereits im Vorfeld vermeidbar gewesen wären. Wichtig erscheint zunächst, sich Gedanken über den zeitlichen Ablauf des eigenen Umzugs zu machen. Es sollte die Frage geklärt werden, ob der Umzug durch eine Umzugsfirma übernommen werden soll oder in Eigenregie durchgeführt wird. Dies ist u.a. vom Budget des Einzelnen abhängig. Aber auch im Hinblick auf das Packen von Umzugskartons gibt es einiges zu berücksichtigen.

Umzug durch Umzugsunternehmen

Nachdem der genaue Zeitpunkt des Umzugs feststeht und Sie sich für die Beauftragung eines Umzugsunternehmens entschieden haben, gilt es, einen geeigneten Partner für das Umzugsvorhaben ausfindig zu machen. Erfahrungswerte zeigen, dass sich die Suche nach einem zuverlässigen Umzugsunternehmen nicht gerade einfach gestaltet. Im Idealfall erhalten Sie aus dem näheren Familien- oder Bekanntenkreis einen Tipp in Bezug auf eine entsprechende Umzugsfirma. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie sich entweder auf Ihr Bauchgefühl verlassen oder aber anhand fester Auswahlkriterien Ihre Wahl treffen.

Zuerst suchen Sie sich ungefähr eine Hand voll Umzugsunternehmen aus dem Internet oder dem Telefonbuch heraus. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie auch auf kleinere, vielleicht gänzlich unbekannte Umzugsfirmen aus der näheren Umgebung zurückgreifen.

Mit den zur Wahl stehenden Firmen vereinbaren Sie im Anschluss einen Termin zur Besichtigung Ihres Umzugsguts. Anzumerken ist, dass seriöse Umzugsunternehmen für die Anfahrt sowie für die Begutachtung keinerlei Zusatzkosten erheben. Die unverbindliche Ortsbegehung dient zunächst dem Zweck, sich einen Überblick über den Umfang des zu transportierenden Mobiliars sowie der einzelnen Einrichtungsgegenstände zu verschaffen. Daneben sollte die Klärung von organisatorischen Fragen erfolgen. In der Regel dauert der Rundgang ungefähr zwischen 30 und 45 Minuten. Zu Beginn des Gesprächs werden Sie nach dem genauen Umzugszeitpunkt gefragt. Hierbei ist zu beachten, dass gerade zu Beginn und zur Mitte des Monats, viele Menschen dazu neigen, umzuziehen. Dies führt dazu, dass einige kleinere Umzugsunternehmen nur begrenzt Umzüge zu Beginn eines Monats durchführen können.

Weitere typische Fragestellungen des Umzugsdienstleisters beziehen sich zumeist auf das Packen der Kartons, also ob die Übernahme dieser Aufgabe durch das Unternehmen erfolgen soll oder durch Sie in Eigenregie geschieht. Sollten Sie sich dazu entschieden haben, die Kartons selbst zu packen, so sind diese bei Beschädigung des Inhalts in der Regel nicht durch die Umzugsfirma versichert. Geklärt wird weiterhin, inwieweit die Demontage bzw. Montage der Küche sowie des sonstigen Mobiliars, wie z.B. Lampen, Schränke oder Regale, erfolgen soll. Zu berücksichtigen ist ebenfalls die Mitnahme von Gegenständen, die sich nicht unmittelbar im Wohnbereich befinden, wie z.B. Trockner, Waschmaschine, Fahrräder und Gartenmöbel.

Letztlich verschafft sich der Mitarbeiter des Umzugsunternehmens einen zusätzlichen Eindruck über die örtlichen Gegebenheiten. Dies kann zum z.B. den Transport von sperrigen Gegenständen betreffen, aber auch die Errichtung einer Halteverbotszone für den Umzugstag. Hierzu bedarf es einer gesonderten Genehmigung durch die Zuständigen der jeweiligen Stadt. Während in ländlichen Regionen die Einrichtung einer Halteverbotszone nicht unbedingt erforderlich ist, kann in einer Stadt mit wenigen Parkplätzen und dichten Verkehr die Notwendigkeit schon eher gegeben sein.

Nachdem sich der Umzugsdienstleister ein Gesamtbild verschafft hat, sollten Sie innerhalb weniger Tage einen detaillierten Kostenvoranschlag zu den einzelnen Positionen Ihres Umzugs erhalten. Sie werden überrascht sein, wie viele unterschiedliche Preise Sie für den gleichen Umzug erhalten werden. Bei seriösen Unternehmen entstehen auch hier im Normalfall keine Mehrkosten. Achten Sie jedoch darauf, dass es sich bei dem aufgeführten Preis um einen Festpreis handelt.

Umzug in Eigenregie

Bei dem Umzug in Eigenregie handelt es sich um eine Alternative, die zwar wegen der Organisation mit einem zeitlichen Mehraufwand verbunden ist, letztlich jedoch auch mehrere hundert Euro einspart.

Der Grundstein für das Gelingen eines Umzugs in Eigenregie ist eine frühzeitige Planung. Bereits zwei bis drei Monate vorher sollten Sie sich um die Anmietung eines geeigneten Transporters kümmern. Sollte sich das neue Zuhause unweit von der früheren Bleibe befinden, können Sie sich überlegen auf einen kleineren Transporter zurückzugreifen und mehrmals hin und her zu fahren, um den Umzug vorzunehmen. Bei weiteren Entfernungen empfiehlt es sich, die Transportervolumen auf den gesamten Hausrat abzustimmen, sodass lediglich eine einmalige Be- und Entladung stattfindet. Ebenfalls wichtig ist die rechtzeitige Organisation der Umzugshelfer. Idealerweise greifen Sie auf Personen aus dem Familien- oder Bekanntenkreis zurück. Eine weitere Möglichkeit wäre, ein Zeitungs- oder Onlineinserat zu schalten oder sich bei Arbeitsvermittlungsstellen (z.B. Zeitarbeitsfirmen, Arbeitsagenturen) nach Helfern zu erkundigen.

Damit das Umzugsgut sicher verpackt in der neuen Bleibe ankommt, sollten Sie sich mit der Beschaffung von Umzugskartons, Klebeband sowie Polstermaterialien beschäftigen.

Der Umzug für den kleinen Geldbeutel

Weit verbreitet ist mittlerweile auch der Trend „pack – carry – call“. Hierbei packen Sie die Umzugskartons in Eigenregie und lassen sie durch Ihre eigens organisierten Umzugshelfer zum Transporter tragen. Ein Fahrer übernimmt dann die fachgerechte Verladung und transportiert Ihr Umzugsgut zur neuen Meldeanschrift hin. Dort angekommen, helfen Sie beim Entladen des Hausrats bzw. der Kartons.

Diese Lösung ist besonders für diejenigen Umzügler geeignet, die über keinen entsprechenden Führerschein verfügen, sich die Fahrt mit einem Transporter nicht zutrauen oder einfach nur eine kostengünstige Zwischenvariante suchen.

Packen – aber richtig

Sie sollten rechtzeitig damit beginnen, die Umzugskartons zu packen. Hierbei sollten Sie sich zunächst auf die Gegenstände beschränken, die Sie bis zum Tag des Umzugs nicht mehr in Gebrauch nehmen. Gemeint sind hier beispielsweise Bücher- oder Blu-Ray-Sammlungen sowie Maschinen aus der Küche. Es erscheint sinnvoll, sich rechtzeitig einen Überblick über die wichtigen bzw. weniger relevanten Hausratsgegenstände zu machen, um zeitnah mit dem Packen zu beginnen.

Viele Umzügler neigen dazu, in die Kartons möglichst viel unterzubringen. Dies kann bei leichten Gegenständen durchaus sinnvoll erscheinen. Bei schweren Sachen, wie z.B. Büchern sollten Sie den Karton jedoch nur bis zur Hälfte befüllen. Im Anschluss können sie die jeweiligen Kartons durch leichtere Dinge, wie beispielsweise Geschirrtücher, ergänzen. In der Regel sollte der Karton nicht mehr als 12 bis 15 Kilo wiegen. Ihr Rücken wird es Ihnen danken.

Weiter sollten Sie sich angewöhnen, die Umzugskartons unmittelbar nach dem Packen zu beschriften, z.B. durch Aufklebeetiketten. Einige Umzugskartons sind bereits mit einem Schriftfeld ausgestattet, sodass die Beschriftung unproblematisch ist. Alternativ können Sie die Kartons auch nummerieren und den Inhalt in eine Tabelle eintragen. Achten Sie jedoch darauf, die Kartons von mindestens drei Seiten zu nummerieren. Es gibt nichts Schlimmeres, als einen Karton zwischen Hunderten zu suchen. Sie werden verzweifeln, sollten Sie diesen Schritt vernachlässigen.

Für Gläser, Vasen und andere leicht zerbrechliche Gegenstände bietet es sich an, diese mit Polstermaterial und Seidenpapier zu schützen. Von der Verwendung der allseits beliebten Zeitung ist dringend abzuraten, da diese stark färbt. Die Kartons mit dem sensiblen Inhalt sollten Sie natürlich entsprechend kennzeichnen. Hier empfiehlt es sich, Klebeband mit der Aufschrift „Vorsicht! Zerbrechlich!“ anzubringen.

Erfahrungsgemäß kalkulieren viele Umzügler zu wenig Kartons für den Umzug ein. Als Resultat stehen sie dann am Tag des Umzugs vor einzelnen Einrichtungsgegenständen, wie z.B. Deckenlampen und fragen sich, wie sie diese verstauen und sicher zu ihrem neuen Wohnsitz bringen sollen. Sie sollten daher immer Reservekartons bereithalten und großzügig kalkulieren.

Sonderurlaub

Grundsätzlich ist es so, dass ein Arbeitnehmer bei einem Umzug keinen gesetzlichen Anspruch auf Sonderurlaub hat. Im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber kann jedoch eine abweichende Regelung im Arbeitsvertrag festgelegt werden. Demgemäß sollten Sie sich zunächst einmal darüber informieren, ob Ihr Arbeitsvertrag eine solche Vereinbarung aufweist. Aber auch für den Fall, dass dies nicht zutrifft, sollten Sie versuchen, mit Ihrem Arbeitgeber eine Lösung zu finden. Viele Arbeitgeber zeigen sich jedoch entgegenkommend, da sie genau wissen, mit wie viel Aufwand ein Umzug verbunden sein kann.




Der Umzugstag

Das Packen letzter Kartons

Sie sollten sicherstellen, dass Sie eigens für den Umzugstag ca. 5 Kartons in Reserve bereithalten. Viele Umzügler und Umzüglerinnen vergessen vor lauter Umzugsstress, die Wand- und Deckenleuchten abzumontieren. Auch das Verpacken der Telefonanlage (Telefon, Modem, Netzwerkkabel) oder der Balkonpflanzen sollten Sie bedenken. Die übrigen Kartons können Sie für Kleinigkeiten, wie beispielsweise für Reinigungs- und Putzutensilien oder sonstige liegengebliebenen Dinge verwenden.

Einweisung der Umzugshelfer und Beladen des Transporters

Sollten Sie auf Umzugshelfer aus Ihrem Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis zurückgreifen, empfiehlt es sich, diese am Tag des Umzugs einzuweisen. Verschaffen Sie sich zusammen mit Ihren freiwilligen Helfern einen Überblick über die zu transportierenden Kartons sowie das Mobiliar. Legen Sie außerdem entsprechendes Werkzeug bereit, soweit ein Abbau von Möbelstücken erforderlich ist. Die Befestigungselemente, wie z.B. Schrauben, sind gut verpackt für den Transport vorzubereiten.Hier empfiehlt sich die Aufbewahrung in alten Plastikboxen. Von der Verwendung kleiner Plastikbeutel ist abzuraten. Sie reißen aufgrund der Scharfkantigkeit der Befestigungsmittel leicht ein. Beim Beladen gilt es, die Helfer darauf hinzuweisen, dass erst die Umzugskartons, dann die Möbel und zuletzt größere Gegenstände, wie Fahrräder, Pflanzenkübel, Trockner, Waschmaschine, Geschirrspülmaschine einzuladen sind. Gerade die Pflanzen sollten nur kurz im Transporter verweilen.

Besenreine Übergabe

Bei Übergaben von Wohnobjekten kommt es zunehmend zu Unstimmigkeiten zwischen den Parteien. Das in vielen Kauf- und Mietverträgen vorhandene Wort „besenrein“ führt hierbei regelmäßig zu Ungereimtheiten. Während die einen hierunter eine vollständige Grundreinigung verstehen, gehen andere wiederum davon aus, das bisherige Wohnobjekt lediglich mit einem Besen auszufegen. Der BGH hat entschieden, dass unter dem Begriff „besenrein“ Folgendes zu verstehen ist: Leerräumung der Wohnobjekts, Beseitigung starker Verschmutzungen (z.B. Spinnweben in Wohn- und Kellerräumen). Ebenfalls zu reinigen ist die Einbauküche, hier insbesondere der Elektroherd und der Kühlschrank. Die Fenster müssen grundsätzlich nicht geputzt werden. Achten Sie deshalb bei Auszug darauf, grobe Verschmutzungen zu beseitigen.

Das Entladen des Transports

Das Entladen erfolgt wiederum in umgekehrter Reihenfolge. Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Helfern klare Anweisungen geben, wo bzw. in welchen Zimmern die entsprechenden Kartons und Gegenstände abzuladen sind. Die Übergabe eines Raum- sowie Stellplans erleichtert die Zuordnung deutlich. Es erspart Ihnen im weiteren Verlauf des Umzugs einige Laufwege. Auch entsprechendes Werkzeug sollten Sie für den Fall der Montage Ihres Mobiliars bereitstellen.

Verpflegung der Umzugshelfer

Am Tag des Umzugs sollten Sie für Ihre Umzugshelfer ein ausreichendes Verköstigungsangebot (z.B. Frikadellen im Brötchen, kleine Schnittchen oder Pizzen) bereitstellen. Gleiches gilt für Getränke. Hier bietet es sich an, zwei Kästen Mineralwasser sowie Kaffee bereitzuhalten. Dies gebührt allein der Anstand und sollte als eine Selbstverständlichkeit angesehen werden.

Zählerstände ablesen

Oft von vielen vergessen, gehört ebenfalls die Ablesung der Zählerstände (z.B. Gas, Wasser, Strom) zu den Aufgaben, die Sie bei einem Umzug zu erledigen haben. Das Notieren der Ablesedaten sollte schon allein im eigenen Interesse erfolgen. Nur so vermeiden Sie Unstimmigkeiten, die eventuell nachträglich durch Nichtvornahme dieser Aufgabe entstehen könnten. Die Zählerstände sollten Sie Ihren Energieversorgern schriftlich mitteilen.

Haus- bzw. Wohnungsübergabe

Bei der Übergabe des Kauf- oder Mietobjekts findet in der Regel eine ausführliche Ortsbegehung mit dem Eigentümer, dem Makler oder einem sonstigen Befugten statt.Planen Sie hierfür genug Zeit ein. Haben Sie keine Hemmungen, auf einzelne vom Vertrag abweichende Umstände hinzuweisen und diese schriftlich zu dokumentieren. Auch das Anfertigen von Fotoaufnahmen erscheint sinnvoll. Im Falle einer rechtlichen Auseinandersetzung sind Sie beweispflichtig. Daher liegt es in Ihrem Interesse, entsprechende Nachweise vorzuhalten.




Die Aufgaben danach

Auch nach Abschluss des eigentlichen Umzugs bestehen Aufgaben, die es zu erledigen gilt. Insbesondere die Überprüfung des Umzugsguts steht hier im Vordergrund. Daneben sollten Sie staatliche Einrichtungen, Vertragspartner sowie Freunde- und Bekannte über Ihre Adressänderung informieren. Letztlich erscheint es sinnvoll, zu prüfen, welche Umzugskosten Sie steuerlich geltend machen können.

Kontrolle des Umzugsguts

Haftung des Umzugsunternehmens

Rechtlich gesehen, kann ein Umzugsunternehmen für Schäden, die während des Umzugs auftreten, haftbar gemacht werden. Bedenken Sie jedoch, dass diese Regelung nur gilt, sofern die Schadensverursachung im Verantwortungsbereich des Transportunternehmens liegt. Berücksichtigen Sie auch, dass die Haftung des Umzugsunternehmens bei Beschädigung oder Verlust von Pflanzen, Tieren und Wertgegenständen, wie beispielsweise Schmuck, Münzen, Briefmarken, Urkunden, etc., ausgeschlossen ist. Gleiches gilt für den Inhalt von Umzugskartons, die Sie selbst gepackt haben sowie für „unabwendbare Ereignisse“. Letzteres beziehen sich beispielsweise auf Naturgewalten und auf durch Dritte verursachte Schäden. Auch hier scheidet eine Haftung des Umzugsdienstleisters aus. Für den Haftungsfall beträgt die Grundhaftungshöhe gemäß dem Handelsgesetzbuch derzeit 620 Euro pro Kubikmeter. Sollte der Wert Ihres Umzugsguts diesen Betrag übersteigen, empfiehlt es sich, eine Zusatzversicherung – in Form einer Haftpflichtversicherung – abzuschließen.

Schadensmeldung

Sobald die Mitarbeiter des Umzugsunternehmens mit dem Entladen Ihres Umzugsguts beginnen, sollten Sie mit der Überprüfung auf offensichtlich vorhandenen Schäden beginnen. Es empfiehlt sich, die jeweiligen Schäden durch Fotoaufnahmen zu dokumentieren und spätestens am Folgetag gegenüber dem Umzugsunternehmen schriftlich zu beanstanden. Auch eine direkte Klärung vor Ort kann sinnvoll erscheinen. Wichtig hierbei ist jedoch: Bleiben Sie sachlich. Es liegt schließlich auch im Interesse des beauftragten Dienstleisters, die Angelegenheit zur beiderseitigen Zufriedenheit zu klären. Herabwürdigende Äußerungen sind stets zu vermeiden. Verdeckte Schäden sind der Umzugsfirma innerhalb von zwei Wochen mitzuteilen. Zur Vermeidung rechtlicher Nachteile hat die Reklamation fristgemäß zu erfolgen.

Haftung freiwilliger Umzugshelfer

Erhalten Sie bei Ihrem Umzug Unterstützung von Freunden oder anderen freiwilligen Helfern, so haften diese für etwaig verursachte Schäden nicht. Es handelt sich hierbei um eine Gefälligkeit unter Freunden, wobei viele Gerichte einen stillschweigenden Haftungsausschluss zugrunde legen. Gemeint sind beispielsweise Situationen, in denen dem Umzugshelfer unbeabsichtigt ein Umzugskarton auf den Boden fällt. Anders ist die Sachlage einzustufen, wenn ein Schaden vosätzlich oder grob fahrlässig hervorgerufen wird.




Mitteilung der Adressänderungen

Kfz-Zulassungsstelle

Seit Januar 2015 ermöglicht die bundesweite Kennzeichenmitnahme dem Fahrzeughalter, das eigene Kennzeichen bei einem Umzug innerhalb von Deutschland, auch am neuen Wohnort, führen zu dürfen. Dies bedeutet bespielsweise, dass Sie bei einem Umzug von Stuttgart nach Hannover Ihr bisheriges Kennzeichen behalten dürfen. Der Besuch bei der Kfz-Zulassungsstelle des neuen Wohnorts entfällt dadurch jedoch nicht. Die Änderung der neuen Anschriftdaten in den Fahrzeugpapieren ist im Wege der Ummeldung weiterhin notwendig. Hierzu benötigen Sie einen aktuellen Reisepass nebst Meldebescheinigung oder einen Personalausweis sowie den ersten Teil Ihrer Zulassungsbescheinigung.

Banken

Die Eröffnung eines Bankkontos bei einem neuen Institut ist bei einem Umzug nicht zwingend erforderlich. Viele Banken verfügen über ein breit angelegtes Filialnetz. Die Änderung der Anschrift teilen Sie entweder der alten oder der neuen Filiale mit. Die zuständige Bankinstitut veranlasst alles Weitere für Sie.

Behörden

Innerhalb der ersten sieben Tage sollten Sie die jeweiligen Behörden über Ihre neue Anschrift in Kenntnis setzen. Die Ummeldung beim Einwohnermeldeamt ist grundsätzlich verpflichtend. Dies gilt auch für Hundehalter. Soweit Sie Kindergeld, BAföG oder Rentenleistungen beziehen, empfiehlt es sich, die entsprechenden Stellen über die Adressänderung zu informieren. Gleiches gilt für den Beitragsservice (früher: GEZ), der für die Erhebung der Rundfunkgebühren zuständig ist.

Fitnessstudios und Vereine

Bei einem Umzug innerorts ist es ausreichend, dem Verein die neue Adresse mitzuteilen. Bei einem Umzug weiter auswärts in eine andere Stadt empfiehlt es sich, früzeitig die Vereinsmitgliedschaft zu kündigen. Mittlerweile sind einige kundenfreundliche Fitnessstudios dazu übergegangen, ihren Mitgliedern ein Kündigungsrecht für den Fall eines Umzugs einzuräumen. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Fitnessstudio. Durch Vorlage einer aktuellen Meldebescheinigung des neuen Wohnorts kann eine vorzeitige Kündigung der Mitgliedschaft möglich sein.

Ausbildungsstätten

Aufgrund der bundesweit nicht ganz einheitlichen Schulsysteme, sollten Sie sich bereits im Vorhinein darüber informieren, ob ein Schulwechsel ohne Weiteres möglich ist. Die Anforderungen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Gleiches gilt für Studenten. Kontaktieren Sie deshalb die entsprechenden Schul- bzw. Hochschuleinrichtungen rechtzeitig, um sich ausreichend über die notwendigen Schritte zu informieren.

Versicherungen

Sie sollten grundsätzlich Ihre Versicherungen über einen Ortswechsel informieren. Sollten Sie mit den bisherigen Leistungen Ihrer Krankenkasse zufrieden gewesen sein, können Sie diese auch weiterhin fortführen. Bei einem Umzug in ein anderes Bundesland empfiehlt es sich jedoch, gerade die Leistungen der gesetzlichen sowie regionalen Krankenkassen miteinander zu vergleichen. Diese unterscheiden sich vielerorts, beispielweise bei zahnärztlichen Vorsorgenehandlungen. Änderungen können sich auch bei der Hausratversicherung, Rechtsschutzversicherung oder Kfz-Versicherung ergeben. Um Nachteile zu vermeiden, sollten Sie sich detailliert mit der Prüfung des Umfangs Ihrer Versicherungen beschäftigen und entsprechend handeln.

Familie und Bekannte

Familienmitglieder sowie Freunde und Bekannte können Sie entweder telefonisch, per E-Mail oder durch eine kreativ gestaltete Postkarte über Ihren Umzug informieren. Zur entsprechenden Jahreszeit erscheint auch eine Weihnachtskarte als Mitteilungsmedium geeignet. Nutzen Sie Ihren Umzug als Anlass, um vielleicht auch wieder mit alten Freunden oder Bekannten in Kontakt zu treten.

Energieversorger und Telekommunikationsunternehmens

Teilen Sie Ihrem bisherigen Energieversorger oder Telekommunikationsdienstleister Ihre neue Anschrift mit. Bei einem Umzug bietet es sich ebenfalls an, die vielfältigen Angebote der jeweiligen Energieversorger zu vergleichen. Im Vergleich zu kleineren Unternehmen, die insbesondere mit Preisvorteilen im ersten Jahr werben, sind die Preise bei regionalen Anbietern zum Teil etwas höher angesiedelt. Letztere bieten Ihnen jedoch eine gewisse Preisstabilität. Ein Anbieterwechsel kann sich als vorteilhaft herausstellen. Gleiches gilt Anbieter im Bereich Mobilfunk sowie Festnetz und Internet. Ein Vergleich kann sich lohnen.

Abonnements- und Katalogservices

Auch die Mitteilung der neuen Anschrift gegenüber verschiedenen Abonnement- sowie Katalogservices erscheint sinnvoll. Schließlich möchten Sie auch in Zukunft nicht auf Ihre Fernsehzeitung oder Ihren Lieblingskatalog verzichten.

Post

Für Ihre Post einen Nachsendeservice zu beantragen ist gar nicht so schwer und kann mittlerweile online vorgenommen werden. Wichtig ist, den Antrag auf Nachsendung frühzeitig zu stellen, ca. 3 Wochen vor dem eigentlichen Umzug. Nur so ist die Weiterleitung Ihrer Post hin zur neuen Meldeadresse möglich. Sie bestimmen den Zeitpunkt und den Zeitraum, für den die Nachsendung erfolgen soll. Letzteres kann für 6, 12 oder 24 Monate in Anspruch genommen werden. Auch die Verlängerung des Nachsendeservice kann vorgenommen werden.

Sonstige Vertragspartner

Auch sonstige Vertragspartner, wie z.B. Einrichtungshäuser oder Handwerker, sollten Sie über Ihre Neuanschrift in Kenntnis setzen. Dies schon allein für den Fall, dass Sie frühere Aufträge mit Ihrer alten Adresse erteilt haben. Nur so vermeiden Sie zusätzliche Kosten, die für unnötige Anfahrtswege entstehen könnten.




Steuerliche Absetzbarkeit von Umzugskosten

Reduzierung der Steuerlast

Ein Umzug ist im Allgemeinen mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden, auch wenn es hier und da ein paar Möglichkeiten gibt, einzelne Kosten zu senken. Vielen ist nicht bekannt, dass unter bestimmten Umständen die steuerliche Geltendmachung von Umzugskosten gegenüber dem Finanzamt möglich ist, mit dem Ziel, die Steuerlast zu reduzieren.

Umzugskosten als Werbungskosten

Kosten für einen Umzug, die beruflich bedingt sind, können gemäß dem Bundesumzugskostengesetz steuerlich abgesetzt werden. Die Bedingung hierfür ist, dass Sie bereits vor Durchführung des Umzugs mindestens einen Arbeitsvertrag bei Ihrem neuen Arbeitgeber unterzeichnet haben. Als Arbeitnehmer können Sie gegenüber dem Finanzamt beispielsweise folgende Umzugskosten als Werbungskosten geltend machen: Reisekosten für vorherige Wohnungsbesichtigungen, Transportkosten für Ihr Umzugsgut, Maklercourtage bei Mietobjekten und doppelte Mietkosten.

Beanspruchung der Kostenpauschale

Alternativ besteht die Möglichkeit, von einer sog. Kostenpauschale Gebrauch zu machen. Hierbei erhalten Sie für sonstige in Verbindung mit dem Umzug stehende Kosten einen Pauschalbetrag, dessen Höhe Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt in Erfahrung bringen können. Die Inanspruchnahme erscheint nur dann sinnvoll, wenn die einzelnen tatsächlich entstandenen Kosten für Ihren Umzug den Pauschalbetrag nicht überschreiten.

Private Umzugskosten

Die Geltendmachung von Umzugskosten, die privater Natur sind, ist grundsätzlich nicht möglich. Allerdings können Sie die in Verbindung mit dem Umzug stehenden Handwerksarbeiten (z.B. Kosten für die Renovierung) als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich absetzen, was ebenfalls die Steuerlast reduzieren kann.

* Die vorgenannten Informationen ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung. Für eine persönliche auf Sie abgestimmte Steuer- oder Rechtsberatung setzen Sie sich bitte mit Ihrem Steuer- oder Rechtsberater in Verbindung. Der Verantwortliche dieser Seite übernimmt daher keine Gewähr für die hier aufgeführten Informationen.